Wanderer zwischen zwei Welten | Weltkaffee - Die faire Kaffeepause

Wanderer zwischen zwei Welten

Wanderer zwischen zwei Welten„Schreib doch ein Buch“, haben Freunde immer wieder zu Franz Hehenberger gesagt. Zu seinem 50. Geburtstag hat er es getan. Heimlich, still und leise. Herausgekommen ist ein wunderschöner Erzähl- und Bildband über 35 Reisen, die er für die katholische Männerbewegung unternommen hat.

Seit 1992 arbeitet der Jurist Franz Hehenberger für „Sei so frei“, die entwicklungspolitische Aktion der katholischen Männerbewegung Linz. Im Rahmen dieser Tätigkeit betreut er Projekte und Programme, die eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in den Ländern Afrikas und Lateinamerikas fördern. Durch seine Reisen ist er „zu einem Wanderer zwischen zwei Welten“ geworden, wie er sagt. „Die Menschen, die ich dort erlebe, führen ein völlig anderes Leben. Man kann nicht einfach hinkommen und ihnen helfen. Sie müssen ihre Bedürfnisse zuerst selbst formulieren“, sagt Hehenberger im Rückblick auf seine Dienstreisen.
Seine allererste Reise führte ihn nach Nicaragua. „Ich wollte in meiner Funktion als Projektreferent kein Schreibtischtäter sein und bleiben“, erzählt der 51-Jährige, der mit seiner Familie in St. Peter am Wimberg lebt. Hehenberger beschreibt, dass er anfangs gar nicht erahnen konnte, welche Armut es auf dieser Welt wirklich gebe.
Die Erinnerungen an seine Reisen hat Franz Hehenberger zu seinem 50. Geburtstag niedergeschrieben. „Ich hab mir niemals Notizen gemacht. Die dienstlichen Reiseberichte reichten völlig aus, um die Erinnerungen wieder lebendig werden zu lassen. Beim Schreiben hab ich jede Reise nochmals erlebt.“

Franz Hehenberger bei seiner Arbeit in der anderen Welt„Noch nicht angekommen“

Gute eineinhalb Jahre hat er für das Buch gebraucht. „Ich hab ja immer heimlich geschrieben“, erzählt er. Gut Ding brauche eben Weile. Herausgekommen ist ein prächtiges Buch, eine Mischung aus Geschichten- und Bildband. Bei der Lektüre lernt man Land und Leute wirklich kennen. Es sind nicht nur spannende und humorvolle Erzählungen über die Welt Afrikas und Lateinamerikas, sondern auch berührende Einblicke in das Leben und Über-Leben der Menschen.
Wenn das Erstlingswerk erscheint, ist Hehenberger übrigens schon wieder auf Reisen. „Ich wandere eben immer zwischen zwei Welten. Noch bin ich nirgendwo angekommen – ich will es auch nicht“, sagt er im Gespräch mit den OÖNachrichten. Eines habe er in all den Jahren jedenfalls gelernt: „Wenn man wirklich helfen will, braucht man Partner, die an Ort und Stelle wohnen und da sind, wenn man sie braucht.“

Buchtipp: Franz Hehenberger: Wanderer zwischen zwei Welten, Trauner-Verlag, 19,90 Euro.

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erschienen in den OÖN, am 28. September 2011