Jede Tasse zählt | Weltkaffee - Die faire Kaffeepause

Jede Tasse zählt

Kaffee aus Fairem Handel gibt es bereits seit den 1970ern in Österreich, als EntwicklungshelferInnen Kaffee zur Unterstützung von benachteiligten Kaffeebauernfamilien in Nicaragua verkauften. Seit 1993 ist Kaffee auch mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel erhältlich. Heute sind es mehr als 100 verschiedene FAIRTRADE-Kaffees, die auch im gehobenen Qualitätssegment mitspielen. So erreichen FAIRTRADE-Kaffeekooperativen aus verschiedenen Regionen der Welt immer wieder Topplätze bei internationalen Wettbewerben, bei denen Spezialitätenkaffees ausgezeichnet werden. Nicht zuletzt gewinnt FAIRTRADE-Kaffee in den letzten Jahren vor allem im Außerhausbereich an Bedeutung und hält verstärkt in der gehobenen Gastronomie wie etwa im Café Schwarzenberg in Wien und im Hotel Goldener Hirsch in Salzburg Einzug.

Weltweit werden rund 76 Prozent aller FAIRTRADE-Produkte von kleinbäuerlichen Produzentinnen und Produzenten erzeugt, die fernab von industrialisierter, standardisierter Massenproduktion von und mit der Natur leben und arbeiten. Dementsprechend stark bekommen sie die Folgen des Klimawandels und anderer Einflüsse zu spüren. Höhere Temperaturen, unvorhergesehene Niederschläge oder Trockenperioden beschädigen die Kaffeesträucher, vermehrter Schädlingsbefall und Pflanzenkrankheiten vernichten ganze Ernten und bedrohen die Arbeitsplätze der Kleinbauern und  -bäuerinnen und somit ihre Existenzgrundlage.

Gemeinsam für nachhaltigen Kaffeeanbau. Im FAIRTRADE-System ist der Kaffeeanbau die Lebensgrundlage von rund 730.000 Kleinbäuerinnen und -bauern und ihren Familien in 30 Ländern weltweit. Durch FAIRTRADE erhalten sie einen stabilen Mindestpreis, der eine nachhaltige Produktionsweise erlaubt – ein wichtiges Sicherheitsnetz angesichts der extrem schwankenden Weltmarktpreise für Kaffee. So werden über die FAIRTRADE-Einnahmen Investitionen in Landmaschinen und Technik, Schulungen zur Verbesserung der Erträge, Qualität, Weiterverarbeitung, Diversifizierung oder Schädlingsbekämpfung sowie Trainings für Organisationsentwicklung, Risikomanagement oder Vertragsverhandlungen getätigt.

Über den Mindestpreis hinaus bekommen die Produzentenorganisationen eine FAIRTRADE-Prämie, die sie beispielsweise in den Aufbau und die Erhaltung von Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten, den Straßen- und Brückenbau oder in Maßnahmen zur Anpassung an das veränderte Klima investieren.

FAIRTRADE@work. Viele Menschen verbringen den Großteil des Tages an ihrem Arbeitsplatz. Kaffee ist hier ein oft unverzichtbarer Begleiter. Aber wie fair sind Sie, wenn Sie in einer Pause zu einer Tasse Kaffee greifen? Wie steht es um die Kaffeebauernfamilien, von denen der Kaffee stammt? Wenn der Kaffeepreis sinkt, können Millionen von Kaffeebäuerinnen und -bauern in Lateinamerika, Afrika oder Asien nicht davon leben. Eine Tasse FAIRTRADE-Kaffee in Ihrem Büro kann viel verändern! Sie kann einen wichtigen Beitrag für besser Arbeits- und Lebensbedingungen leisten. Wenn viele Menschen ihr Verhalten nur ein klein wenig ändern, hat das eine enorme Wirkung. Machen Sie mit! Melden Sie sich für den FAIRTRADE@work-Award an, und engagieren Sie sich für faire Produktionsbedingungen.
www.fairtrade.at/fairtradework

Quelle: Kaffee-Zeitung FAIRTRADE Österreich, 2015/2016.
Quelle Bilder: FAIRTRADE Österreich, www.fairtrade.at